Billigbier für mein Hartz-IV

Im Prospekt des Supermarkts
- ist fast der Grund 'nen Herzinfarkts -
seh' ich da ein teures Bier.
Pro Flasche krieg ich dafür vier.

Pardon, ich kriege nur auch Hartz vier.
Drum leist' ich mir nur Billigbier.
Deshalb kauf' ich nur Adelskronen,
will nein Portemonnaie doch schonen.

Dabei schaff' ich auch acht Stunden,
jeden Tag, und tu' mich schunden.
"Kombilöhne" nennt sich das.
In mir erwächst so langsam Hass.

Doch mein Chef, der pafft Cohiba.
Durch meinen Fleiß verdient er prima.
Doch gibt er mir davon nichts ab.
Mir winkt ein anonymes Grab.

Ich frag' mich: wofür mach' ich das?
Das Ausgebeute ist recht krass.
Der Wirtschaft geht es immer besser.
Doch uns liefert man an das Messer.

Doch wir sind stumm und schweigen still,
weil's doch die Obrigkeit so will.
Ich frag' mich nur: wie lange noch?
Kommt unser Aufbruch dann wohl doch?

© 2011 by Daniel Hartmann