Doppelmord

Strophe 1:
Er schlich sich eines Nachts zu ihr
Sagte, dass er nicht schlafen kann
Um sie zu fragen war er hier
Ob sie ihm da nicht helfen kann

Strophe 2:
Sie sagte: "Ich werd alles tun
Um dir zu helfen wo ich kann
Komm erst mal her und tu dich ruh'n
Und alles Weit're sehn wir dann"

Strophe 3:
So kroch er unter ihre Decke
Und schmiegte sich an sie heran
Und an so manchem warmem Flecke
Da packte er sie zärtlich an

Strophe 4:
Er sprach zu ihr: "Vertraue mir
Ich bring uns beide bis ans Ziel"
Sie sprach zu ihm: "Ich glaube dir"
Und lies sich ein auf dieses Spiel

Refrain:
Dabei war sie erst vierzehn
Und er ist ihr älterer Bruder
Wie kann so was gut gehn
So etwas läuft doch aus dem Ruder

Strophe 5:
Dann dringt er langsam in sie ein
Doch wird bald schneller, fast zu viel
Dann spritzt er ab, voll in sie rein
Doch sie ist weit entfernt vom Ziel

Strophe 6:
Da ist der Spaß für sie vorbei
Denn er hat seinen Spaß gehabt
Er zieht ihn raus und denkt dabei:
"Mann hab' ich mich an ihr gelabt"

Strophe 7:
Dann geht er und läßt sie allein
Schnell hat er sich zurückgezogen
Und Sie weint still in sich hinein
Sie war benutzt und wurd' belogen

Refrain:
Dabei war sie erst vierzehn
Und er ist ihr älterer Bruder
Wie kann so was gut gehn
So etwas läuft doch aus dem Ruder

Strophe 8:
Und dann blieb ihre Blutung aus
Sie wusste was das heißen mag
Sie machte ein Geheimnis draus
Und legte es nicht an den Tag
Strophe 9:
Doch bald empfand sie Übelkeit
Und mußte sich oft übergeben
Fast jeden Morgen war's so weit
So spürte sie das neue Leben

Strophe 10:
Bald fand es ihre Mutter raus
Und sagte es ihrem Papa
Von da an brach der Teufel aus
Und nichts war mehr wie es mal war

Refrain:
Dabei war sie erst vierzehn
Und er ist ihr älterer Bruder
Wie kann so was gut gehn
So etwas läuft doch aus dem Ruder

Strophe 11
Für ihren Vater steht es fest
Das Ding muß schnellstens aus ihr raus
Er stellt sie fest unter Arrest
Denn er hat Angst sie nimmt reisaus

Strophe 12:
Sie ist verzweifelt bis zum Tod
Sie weis nicht was sie machen soll
In ihrer grenzenlosen Not
Denkt sie zu sich von Ohnmacht voll:

Strophe 13:
"Das Tageslicht sollst Du nie seh'n
Und niemals jemand dein Gesicht
Bevor du kommst tut man dich gehn
Auch wenn es mir das Herz zerbricht"

Refrain:
Dabei war sie erst vierzehn
Und er ist ihr älterer Bruder
Wie kann so was gut gehn
So etwas läuft doch aus dem Ruder

Strophe 14:
Dann hat der letzte Tag begonnen
Ihr Vater schleppt sie in die Stadt
Zum Engelmacher soll sie kommen
Damit er wegmacht was sie hat

Strophe 15:
Mit der S-Bahn soll sie fahren
Und ihr Kind in den Himmel rauf
Da kommt die S-Bahn angefahren
Sie rollt heran - und sie gibt auf

Refrain:
Dabei war sie erst vierzehn
Und er ist ihr älterer Bruder
Wie kann so was gut gehn
So etwas läuft doch aus dem Ruder

Rest In Pieces


© 2003 by Daniel Hartmann