Blutroter Mond (meine Version)

Sternenklar ist diese Nacht
Und es weht ein kühler Wind
Der hinfortträgt und entfacht
Schreie, die gar schrecklich sind

Seine Schreie sind es die
Verblassen wie der Rauch im Wind
Erschöpft ist er vom Wiehern wie
Ein heimatlos gewordnes Kind

Er stubbst sie immer wieder an
Fleht um noch ein Lebenszeichen
Damit er wieder hoffen kann
Wird nicht von ihrer Seite weichen

Endlich öffnet sie die Lieder
Schwarzes Blut verklebt die Nüstern
Ihr Blick ist leer - verschließt ihn wieder
Dann wispert sie ihr letztes Flüstern

"Mein Horn ist mir im Kampf gebrochen
Das Leben wird mir nun entweichen
Nun, mein Sohn, mach's wie besprochen
Geh dein eignes Ziel erreichen"

Sie wollte ihn doch nur beschützen
Vor schlimmen Unheil ihn bewahren
Doch wird ihr das nun nichts mehr nützen
Den Tod wird sie nun bald erfahren

Ein letztes mal noch reibt sie ihren
Kopft an seinen - und ist tot
Doch ewig wird die Liebe währen
Dann färbt sich der Mond blutrot

Ganz allein ist nun das Fohlen
Schmiegt sich an den toten Leib
Niemals kann es zurückholen
Die Seele in das Einhornweib

Es zittert nun und könnt es weinen
So würde es dies reichlich tun
Es kann nicht gehen zu den seinen
Denn das letzte ist es nun

© 2003 by Daniel Hartmann
inspired by Blue-Angel