Freedom vs. Epic

Er ging eines Nachts durch finsteren Wald
Der Himmel war klar, die Luft eisig kalt
Er ging nur spazieren in finsterer Nacht
Was für seinen Geist hat er sich gedacht

Und wie er so geht, durch finsteren Wald
Mit Riesenschritten, dass es nur so hallt
Fängt er an zu Denken, kehrt er in sich ein
Und Stück für Stück, da fällt es ihm ein

Er atmet tief ein, und fängt an zu Denken
Was nunmehr passiert kann er nicht mehr lenken
Es kommen ihm immer mehr Gedanken
In seinen Geist und brechen dort Schranken

Er denkt an Freiheit und eigenen Willen
So weit wie er jetzt ist, könnt‘ man ihn nicht drillen
Immer schneller schreitet er weiter
Und denkt sich sein Leben schöner und breiter

Er denkt er kann wählen er denkt er sei frei
Er denkt, dass er der Meister seines Schicksals sei
Doch da ist ne Sache, die weis er noch nicht
Das alles doch bloß Ursache und Wirkung ist

Er geht immer tiefer in den Wald rein
Es ist stockfinster und er ist allein
Noch geht’s ihm gut und er geht weiter
Denn seine Laune ist munter und heiter

Doch plötzlich ist da ein lautes Geräusch
Da im Gestrüpp, vor ihm ist Gefleuch
Es raschelt, und es bewegt sich auch
Er kriegt so ein flaues Gefühl im Bauch

Die Nackenhaare stell’n sich ihm auf
Und sein Instinkt sagt ihm bloß: Lauf!
Doch er steht da wie in Beton gegossen
Die Todesangst hält ihn umschlossen

Er kann nicht wegrennen, kann nicht flieh’n
Die Angst tut ihn in Abgründe zieh’n
Doch dann fliegt ein Vogel aus dem Gestrüpp
Und er atmet auf, hatte grad noch mal Glück

Das hätt‘ er sich wirklich niemals gedacht
Das so ein kleiner Vogel ihm solche Angst macht
Entschlossen geht er schnellen Schritts weiter
Doch leider ist er jetzt nicht mehr heiter

Und wieder raschelt ‘s, jetzt hinter ihm
Und wieder läuft ein Schauer durch ihn
Doch jetzt rennt er weg, ohne zu denken
Niedere Mächte tun ihn lenken

Nach einhundert Metern kommt er zum Stehen
Warum das so ablief kann er nicht verstehen
Er ist doch auch sonst nicht so leicht zu erschrecken
Doch das hier ist anders, das muss er wohl checken

Der Spaß am Spaziergang ist ihm nun vergangen
Er möchte schnellstmöglich nach Hause gelangen
Doch, oh, er stellt fest, er hat sich verlaufen
Und kann sich den Weg nach Hause nicht kaufen

Den Weg zurückgeh’n will er nicht
Denn da lauert etwas im Dickicht
Er weis nicht so recht ein noch aus
Probiert jetzt andre Wege aus

Verzweifelt irrt er nun umher
Aus welcher Richtung kam er her?
In welche Richtung muss er geh'n
Um bald den Weg nach Haus' zu seh'n

Und während er irrt, durch finsteren Wald
Fängt er an zu frieren, wird ihm langsam kalt
Und während er sucht, den weg zu sich heim
Da fallen ihm andre Gedanken ein

Er denkt jetzt nach über Angst und Affekt
Die Seite an sich hat er noch nicht entdeckt
Und wie er sich nun von neuem entdeckt
Erkennt er jetzt Dinge die ihm bisher versteckt
So läuft denn nicht Alles, wie er es denn will
Oft führt nur ein Umweg bis ganz hin zum Ziel
Denn sonst hätt’ er sich bestimmt nicht verirrt
Noch wäre ihm jemals so etwas passiert

Doch das merkt er erst jetzt, in misslicher Lage
So stellt er erst jetzt sich selbst mal in Frage
Auch ist er weder perfekt noch unfehlbar
Das merkt er heut' Nacht zum ersten Mal selber

If I really am free, I can do what I want
But there are some problems that face my front
I really want, but I can’t stop to breathe
I never have heard that somebody has
And why can’t I fly, just like a bird
That somebody has, I never have heard

So langsam gerät sein Weltbild ins Schwanken
Und wieder brechen in ihm die Schranken
Doch diesmal die in die andre Richtung
Sein Leben kriegt nun 'ne andre Gewichtung

So wie Maschinen, so laufen auch wir
Essen, schlafen, ficken, ganz wie ein Tier
Doch können wir denken, wir wären die besten
Und ja nicht dran zweifeln, ja nicht austesten

Denn dann würd‘st Du sehen, wie es doch ist
Dass Du ne Puppe vieler Spieler bist
Und wie er so findet, zu anderem Ich
Gerät er ins Grübeln, denkt er zu sich

Was für nen Sinn hat mein Leben noch
Wenn alles vorherbestimmt, ist das doch
Wie wenn man sich ganz umsonst abmüht
Umsonst entscheidet, umsonst verglüht

Nun schreitet er langsamer durch den Wald
Und außerdem wird ihm immer mehr kalt
Wie gern würd’ er Heim, sich niederbetten
Doch denkt er sich: Niemand kann mich retten

So irrt er weiter im Wald umher
Schon lange hat er keinen Plan mehr
Die Orientierung fällt ihm sehr schwer
Seinen Spaziergang bereut er nun sehr

Doch plötzlich packt ihn von neuem der Mut
Nein, es ist eher verzweifelte Wut
Ohne zu denken marschiert er voran
Sein Schicksal soll sehen, was es ihn kann

Doch plötzlich hört der Weg vor ihm auf
Und beendet damit seinen hastigen Lauf
Ein tiefer Abgrund öffnet sich ihm
Von hier aus kann er nirgends mehr hin

Er denkt sich: Was soll’s, hat eh keinen Zweck
Hier gibt's keinen Ausweg und auch kein Versteck
Drum soll das sein, die finale Wende
Jetzt setze ich meinem Leben ein Ende

So tut er verzweifelt den letzten Schritt
Wohin er jetzt geht nimmt er nichts mehr mit
Der letzte Schritt ist ein Tritt ins Leere
Und während er fällt weicht von ihm die Schwere

Doch dann wacht er auf, er hat nur geträumt
Doch hätt' er dies nicht, hätt' er was versäumt
Und jetzt, da er wach ist, muss er noch mal denken:
Warum kann ich bloß meine Träume nicht lenken

Warum bin ich machtlos in manchen Sachen?
Warum kann ich lang' noch nicht alles machen?
Warum kann ich mir nicht alles aussuchen
Und mein ganzes Leben wie Urlaub buchen?

Ich weis nicht mehr sicher ob ich es bin
Der mein Leben lenkt, entscheidet wohin
Vielleicht ist mein Leben auch nur ein Traum
Doch wer soll ihn träumen - der Lebensbaum?

Das wichtigste ist, ich bin wieder Daheim
Ich war gar nicht weg, doch hatt' es den Schein
Als wäre der Traum ein eigenes Leben
Mal seh’n, was wird 's zum Frühstück geben?

(c) 2002 by Daniel Hartmann